Historie

Chronik Rösslwirt

1664 Am 14. Juni 1664 wird für den Mühltalwirt das Wirtsgerechtsame verliehen
18. Jhd Seit der Kaiserzeit besteht für das Wirtshaus die Maria Theresia Konzession
1898 Am 22. Jänner 1898 kaufen Anna und Sebastian „Wast“ Zwischenbrugger den Mühltalwirt in Itter. Nani gibt dem Wirtshaus den Namen „Gasthaus zum Rössl“.
1900 Sebastian Zwischenbrugger stirbt zwei Jahre später und Nani führt das Wirtshaus allein.
1926 1926 übernimmt die älteste Tochter Anna nach dem Tod ihrer Mutter das Wirtshaus. Die Eheleute Anna und Paul Faistenauer führen den Betrieb während des Krieges, der Zeit des Wiederaufbaus und des Wirtschaftsaufschwungs. Anna kümmert sich um die Gastwirtschaft und Paul baut die Landwirtschaft aus. 
1966 Im Jahr 1966 übergen die Eheleute ihrer jüngsten Tochter Rosa den Rösslwirt. Sie ist verheiratet mit dem Schusterbauern Sepp Lanzinger. Rosa und Sepp arbeiten hart und erfolgreich. Sie bauen zum Wirtshaus eine Pension und Landwirtschaft, den Schusterhof, auf.
1971 1971 stirbt der Altbauer Paul Faistenauer im Alter von 75 Jahren. Er blickt auf ein reiches Leben als leidenschaftlicher Bauer zurück, nach seinem Tod wird ihm die der Titel Öknomierat verliehen, als Dank für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten
1977 Kurz nach ihrem 80. Geburtstag verläßt auch Anna diese Welt. Anna war mit ganzem Herzen Wirtin und ist bis zuletzt für ihre Gäste im Wirtshaus da.
1984 Im Jahr 1984 übergeben Rosa und Sepp ihrem Sohn Paul das Gasthaus  Rössl. Paul renoviert das Haus. Gemeinsam mit seiner Schwester Rosemarie führt er das Traditionswirtshaus nun seit fast 30 Jahren.
2003 Im Jahr 2003 stirbt Sepp Lanzinger kurz nach seinem 70. Geburtstag. Sein Leben widmete er seiner Familie, der Landwirtschaft und der Musik. Unter anderem erweisen ihm die Kollegen des Fleckviehzuchtvereins und die Itterer Musik, für die er über 40 Jahre lang gespielt hat, die letzte Ehre.

 

Rösslwirt:

Familienbesitz seit 1898

Epoche Nani und Wast

„Wirtin Nani“

Anna „Nani“ Zwischenbrugger geb. Rass (Tochter eines Kitzbüheler Großbauern), 1859-1926 (67 Jahre)

Beruf Wirtin

Sebastian „Wast“ Zwischenbrugger (stammt aus St. Johann, Obing) 1855-1900 stirbt mit 45 Jahren

Beruf Rosshändler

Sie pachten für einige Jahre den Doktorwirt im Salzburg Stadtteil Gnigl,

dort kommt die Tochter Anna auf die Welt

Im Jahr 1898 kaufen sie den Mühltalwirt

Die Wirtsleut sind 43 und 39 Jahre alt

Der Mann stirbt früh 1900  und die Nani führt das Gasthaus allein

Sie haben 2 Töchter, Anna und Maria

 

Epoche Anna und Paul

„Wirtin Anna“

Anna Faistenauer, geb. Zwischenbrugger,  25.10.1897-25.11.1977 (80 jahre)

Beruf Wirtin

Paul Faistenauer 10.1.1895 -7.1.1971(75 Jahre) – geboren als ältester Sohn vom Oberloaming Itter

Beruf Landwirt

Anna, ist die ältere Tochter und  übernimmt  nach dem Tod der Mutter 1926 den Mühltalwirt im Alter von 29 Jahren

Anna und Paul haben vier Kinder Paul, Anna, Maria, Rosa

 

Epoche Rosa und Sepp

„Wirtin Rosa“

Die jüngste Tochter Rosa übernimmt 1966 im Alter von 27 Jahren den Mühltalwirt.

Rosa Lanzinger geb. Faistenauer, 16.8.1939

Josef „Sepp“ Lanzinger, 31.7.1933-26.9.2003 (70 Jahre), ältester Sohn des Schusterbauern in Itter

Heiraten 1958

Rosa und Sepp haben 4 Kinder Rosemarie, Josef, Paul, Margit

 

Epoche Rosemarie und Paul

“Wirtin Rosemarie”

Im Jahr 1984 übernimmt der jüngere Sohn Paul im Alter von 22 Jahren das Wirtshaus und baut es um.

Seitdem führt Paul gemeinsam mit seiner Schwester Rosemarie den Traditionsbetrieb

 

Paul Lanzinger, geb. 15.12.1962

Rosemarie Riedmann geb. Lanzinger, geb. 19.12.1958

 

Anna Katharina wird vielleicht zukünftige Mühltalwirtin und könnte die Tradition der Mühltalwirtinnen in der 5. Generation fortsetzen.

 

Anna Katharina Resch 11.11.1992

 

Wirtshausfakten

Wirtsgerechtsame verliehen am 14.Juni 1664

Während der Kaiserzeit wurde die Maria Theresia Konzession für das Wirtshaus erworben

Kaufvertrag 22.1.1898

Geschlossen zwischen Caspar Fuchs, Besitzer des Mühlthalwirtsanwesens in Itter als Verkäufer einerseits und den Eheleuten Sebastian Zwischenbrugger u. Anna geb. Rass von Obing in St. Johann als Käufer andererseits

 

Seit 1898 Gasthaus Rössl / Mühltalwirt

Geschichte des Gasthaus Rössl

Das Wirtshaus im Mühltal gibt es seit 1664

Man erzählt sich, dass im Schloss Itter ein Raubritter hauste. Dieser Ritter raubte die fahrenden Händler, die beim Mühltalwirt einkehrten aus und brachte die Beute durch einen unterirdischen Gang der das Gasthaus mit dem Schloss verband in Sicherheit.

Nach dem Gang wird nie gesucht, im Hausgang hat man zu Beginn des 20. Jhd. die Öffnung zugemauert, damit nichts passieren konnte.

Während der Kaiserzeit erwirbt man für den Mühltalwirt die Maria Theresia Konzesion, eine der wenigen Gastbetriebe die dieses Gewerbe noch besitzen

Zur Jahrhundertwende kauft die Familie Rass für ihre Tochter Anna den Mühltalwirt, die zweite Tochter bekommt Waldhausen in Kitzbühel, ein Almgebiet beim Lämmerbühel

Vorher hatte Anna mit ihrem Mann Sebastian für einige Jahre den Doktorwirt in Gnigl gepachtet.

Sie geben dem Wirtshaus den Namen Rösslwirt

 

Der Mühltalwirt liegt an einer seit Jahrhunderten wichtigen Post- und Handelsstraße

Kaufleute, Gesandte, Boten kehrten auf ein.Das Wirtshaus liegt an einer wichtigen Post- und Handelsstraße. Vor den Autostraßen kamen die Pferdewagen und fuhrwerke vorbei, vorm Wirtshaus gab es Ringe um die Rösser anzuhängen. Kaufleute, Boten und Gesandte kehrten ein. Nani erzählt oft vom ungarischen Gesandten der auf seiner Reise durch das Reich zukehrte.

 

Während des 2. Weltkriegs sind wichtige französische Politiker im Schloss Itter, das als Gefangenenlager der SS dient, eingesperrt. Gelegentlich kehren sie beim Mühltalwirt ein und bleiben die ganze Nacht, für diese hohen Tiere gab es natürlich keine Sperrstunde, erzählte die Anna gerne. Weil große Not herrscht, nehmen die Gäste ihr Essen selber mit.

Im Mühltal werfen die Alliierten sieben Bomben ab, wahrscheinlich sollten sie  den nahen kriegsbedeutenden Verkehrsknoten Wörgl treffen.

Rosa erinnert sich, dass alle Fenster und Türen von der großen Druckwelle kaputtgegangen sind, alle flüchten in den Luftschutzbunker. Gottseidank gibt es keine Toten, aber es muß viel repariert und wieder aufgebaut werden.

 

In der Nachkriegszeit ist der Mühltalwirt ein Busbahnhof. Die Linie Salzburg - Innsbruck führt vorm Haus vorbei. Die Innsbrucker Menardi, Bahnbus und Salzburger Allbus, Salzkraft fahren die Strecke. Zwei Busse vormittag und zwei Busse nachmittag machen beim Mühltalwirt halt.  Die Fahrgäste haben zwanzig Minuten Aufenthalt und bringen ein gutes Geschäft für das Wirtshaus. Am Mittwoch kommen die Ausflugsbusse bis zu acht Allbusse kehren beim Rössl zum Kaffee ein.

 

Der Mühltalwirt ist zu dieser Zeit auch Standort des öffentlichen Fernsprechers. Mit „Itter, Mühltal öffentlich“ meldet man sich, gibt wichtige Nachrichten weiter und die Itterer kommen für wichtige Telefonate in die Telefonkabine im Rössl.  Bis in die späten 70er Jahre erinnert sich die Familie an diese Dienstleistung die mit der Verbreitung der Privatanschlüsse endet.

 

Der Mühltalwirt ist immer schon ein Ort wo sich die Einheimischen  nach Feierabend zusammensitzen. Hochzeiten und Bälle fanden im Mühltalwirt statt. Im Tanzsaal im Dachgeschoss.  Die Rösslwirtinnen haben immer schon viel übrig für die Musikanten und Musikkapelle. Bereits in den 50er Jahren gibt es den Maitanz.

Es ist Tradition, dass am 1. Mai der Abschlussmarsch der Itterer Musik beim Mühltalwirt gespielt wird. Die Wirtsleute laden die Musikanten zum Gulasch ein.  

Eine weitere Tradition führte die Anna Faistenauer ein – Zeltenwatten immer am ersten Adventwochenende wird Kartengespielt

 

Der Gasthof hat 7 Doppelzimmer. Mit den 70 er Jahren wächst der Fremdenverkehr in Tirol und immer mehr Stammgäste aus Deutschland machen auch im Mühltalwirt Urlaub. Nur im Sommer, weil es keine Heizung in den Zimmern gibt und auch noch keinen Schilift im Dorf.

In der Gaststube wird eine Musicbox aufgestellt, mit den aktuellen Schlagern

 

Bis heute kocht die Familie selbst und auch die Gäste werden von den Wirtinnen betreut

 

Exkurs Landwirtschaft:

Die Frauen der Familien führen immer das Gasthaus. Anfangs betreibt der Wast Zwischenbrugger einen Rosshandl vor allem mit Norikern. Die Landwirtschaft wird nur zum Eigenbedarf genutzt. Mit Paul Faistenauer kommt ein Bauer mit Leib und Seele zum Mühltalwirt. Er baut die Landwirtschaft aus, setzt auf die Pinzgauerzucht wird sogar zum Obmann des Pinzgauer Rinderzuchtberbands gewählt. Er kauft die Alm Grundried zu, baut den Stall aus, pachtet Grund dazu und baut eine erfolgreiche Landwirtschaft auf.

Paul ist ein Mann, der viel für die Gemeinschaft und Gemeinde über hat. Er ist 12 Jahre im Itterer Gemeinderat, Obmann der Sennerei, der Wassergenossenschaft und der Seilbahn. Nach seinem Tod wird ihm der titel Ökonomierat für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten verliehen. Jubiläumsausstellungen im Mühltal (Foto)

 

Mit Sepp Lanzinger kommt ein weiterer leidenschaftlicher Bauer  zum Mühltalwirt. Er stellt um auf die Fleckviehzucht und bringt die Landwirtschaften vom Mühltalwirt und Schuster zusammen. Auch Sepp ist ein engagierter Landwirt und Obmann des Fleckviehzuchtverbandes.

Heute ist der Schusterhof ein blühender Landwirtschaftsbetrieb, der älteste Sohn Josef pflegt die Bauerntradition der Familie.

 

Während die Gastwirtstradition des Mühltalwirts von den Kindern Rosemare und Paul fortgeführt wird. Sie renovieren 1985 das Gasthaus mit großer Achtsamkeit auf die Wurzeln des Traditionsbetriebes. Der Mann von Rosemarie, Toni Riedmann ein erfolgreicher Baumeister leitet die Umbauarbeiten mit Umsicht und ….

 

Heute ist der Betrieb ein echtes Tiroler Wirtshaus mit Tradition die man spürt. Paul setzt auf Qualität in der Küche und Rosemarie betreut die Gäste mit der ihr eigenen Gastlichkeit.

Eines der wenigen Wirtshäuser, die keine Ruhetag kennen und das ganze Jahr für seine Gäste offen ist. Man trifft dort Itterer und Leute der Umgebung, sich in der Gaststubn auf ein Feierabendseitl treffen, Urlauber die im Restaurant ihren Hunger stillen, Festgäste die Geburtstage, Taufen, Hochzeiten feiern.

Unser Wirtshaus wurde vor über 350 Jahren erbaut. Am 14. Juni 1664 wurde das "Wirtsgerechtsame" verliehen und damit der Grundstein für eine lange Tradition gelegt. Das seit 1898 im Familienbesitz befindliche Gasthaus wurde durch ständige Renovierungen und Umbauten der heutigen Zeit angepasst. Der Rösslwirt in Itter - Mühltal heißt Sie herzlich willkommen. In unseren drei Stuben (Rosenstüberl 35 Personen, Alte Stube 40 Personen, Speisestube 50 Personen) erwarten Sie neben einer angenehmen Atmosphäre ein schlichtes aber stilvolles Ambiente. Für kulinarischen Genuss sorgt die ausgezeichnete traditionelle Küche mit Produkten aus der eigenen Landwirtschaft. Wir freuen uns Sie bei uns begrüßen zu dürfen.

 

Besonderes:

Persönliche Betreuung der Gäste – Artikel Rundschau

Musikanten Sepp, Paul

Tanzmusik – Sepp, es wird oft gesungen (Maridl, Anna)

Wirtinnen – Frauen tragen die Tradition weiter, prägen den Betrieb

 

Gäste (Auswahl)

Salzburger Erzbischof Andreas Rohracher (1892-1976, Bischof 1943-1969) kehrt auf seiner Busfahrten von Salzburg nach Innsbruck gerne ein

Hans Moser – Jausengast, auch mit dem Bus unterwegs

Otto von Habsburg 90 er Jahre

Franz Fischler Eu-Kommissär

Hans Neuner Heilpraktiker 70er

Daladier Minister der französischen Regierung während dem 2. WK im Schloss Itter

Friedrich Wimmer – SS Brigadeführer, Generalkommissar der Regierung Seyß-Inquart

Landeshauptleute: Alois Partl, Weingartner, van Staa